Der UAZ452 als Sonderausführung KL39 mit der "Kontroll- und Diagnosestation" für den zweistrahligen Trainingsjet "Albatros"
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Die Sonderausführung KL-39 wurde bei der Firma NC Red Letov in Prag 9 - Letňany, die Teil des VHJ Aero war, auf Basis eines UAZ452-Krankenwagen gefertigt. Dazu wurde das Fahrzeug innen komplett entkernt und die Profile und Unterkonstruktionen für die Elektronikblöcke eingebaut.
Auf dem Dach des UAZ wurde ein schwenkbarer Arm für die sicheren Kabelverbindungen zu den 8 Verbindungspunkten am Fahrzeug angebracht.
Für den speziellen Einsatz der Funktionsprüfungen direkt am Flugzeug auf dem Flugfeld bekam das ganze Auto einen silbernen Anstrich mit fetten roten und weißen Quadraten hinten an den Seiten und am Dach.
Die KL39 dieses Herstellers war ein wichtiger Bestandteil des Ausbildungssystems L39 "Albatros", welches noch aus weiteren Komponenten bestand:
. komplette Wartung, Diagnose und Kontrollsysteme für den zweistrahligen Trainingsjet L39
. Katapulttrainer NKTL - 29/39
. Rangierfahrzeuge für die Parkpositionen der Flugzeuge
. Pilotentrainer TL-39
und andere wichtige Teile, wie z.B. Abwurftanks für den L39
Beschreibung KL-39
Der L-39 "Albatros war im Vergleich zum Vorgänger L-29 "Delfin" weitaus komplizierter und technisch anspruchsvoller geworden. Dies gilt insbesondere für den moderneren Motor, dessen automatische Steuerung und Kontrolle sehr viel schwieriger zu warten war.
Im Hinblick auf die Flugzeugwartung war eine höhere Qualifikation für das Bodenpersonal und die Notwendigkeit einer besonderen Ausstattung der Betreiber des Flugzeugs notwendig geworden. Das mobile Steuergerät KL-39 wurde entwickelt, um Anwendern des Flugzeugs die maximal vereinfachten und grundlegenden Diagnosen der wichtigsten Parameter aller Systeme vor und nach dem Flug sowie die vorgeschriebenen technischen Wartungen zu ermöglichen.
Daraus ergibt sich der komplette Überblick über den technischen Zustand sowie aller Parameter von insgesamt 237 Komponenten und allen gängigen Systemen an Bord des L-39.
Anschlusspunkte am Flugzeug:
Mit Blick auf die Spitze des Rumpfes eines der Prototypen vorn (links) zeigt eine Tafel mit Stecker für den Anschluss von Kabeln aus dem KL-39:
Mit der KL-39 wurden nicht nur die elektrischen Parameter überprüft, sondern es waren auch Pumpen für Druckluft enthalten, so dass die Testfunktionen barometrischer Instrumente (Höhenmesser, Geschwindigkeit) ermöglicht war. Dafür relevante Schläuche für die Kontrolle über Staurohr (K12, K13) und der statische Druck der Entnahmestellen (K4, K15).
Die KL-39 wurde mit analogen Computern, Aufnahmegeräten und einem Drucker ausgestattet.
Nach Abschluss der Kontrolle durch KL-39 wurde eine Auflistung aller Parameter in einer einfachen Form zur Verfügung gestellt.
Die Kontroll- und Diagnosestation KL-39 war zur damaligen Zeit eine relativ moderne Ausstattung, die einen ersten wichtigen Schritt in der Luftfahrtindustrie auf dem Gebiet der diagnostischen Systeme des Flugzeugs darstellt.
KL-39 mit der L-39 auf dem Brünner Messegelände
KL-39 mit einem Prototypen X-03 in Prag VZLU
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Diese Sonderausführung des UAZ452 als KL-39 war in Deutschland sehr selten. Genauere Angaben in Bezug auf Anzahl und Einsatzort(e) dieses Fahrzeugtyps sind nicht bekannt. Als gesichert gilt: Ein vollständig erhaltenes Exemplar soll sich in einem Flugzeugmuseum in der Nähe Berlins befinden und ein weiteres Fahrzeug befindet sich in Privatbesitz, jedoch ist dessen Ausstattung weitesgehend demontiert bzw. verschrottet worden. Einige Grundprofile der Einbauten und Geräteträger sowie die Standheizung sind als Reste der Ausstattung erhalten geblieben und wurden vom privaten Besitzer eingelagert. Nähere Auskünfte sowie Kontaktdaten zum Besitzer dieser KL-39 (Fahrzeug ohne Einbauten) werden auf Wunsch vermittelt.
Ein weiteres Fahrzeug (leider auch ohne KL39-Einbauten und zwischenzeitlich umlackiert) befindet sich im Besitz unseres Forum- Mitglieds Pjoter.
Die Geschichte zu Pjoters UAZ-KL39 steht hier geschrieben: Mein neuer Russe ist da