Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#1 von Tigris , 09.08.2019 05:56

Tag zuzsammen,

vorgestern habe ich meinen Buchanka namens Sid hier in der Ukraine bezahlt und in Empfang genommen. Heute soll er auf meinen Namen registriert werden - was hier in der Ukraine gar nicht so einfach ist - also bitte Daumen drücken.

Auf den 15 Kilometern der Überführungsfahrt von Pisochyn nach Kharkiv habe ich im Kopf jedenfalls schon mal meine eh schon lange Reparaturliste verlängert. Bremsen und Lenkung brauchen dringend eine Generalüberholung.

Ziel der Überführungsfahrt war eine Werkstatt, in der Sid jetzt erst einmal verkehrssicher gemacht wird. Neben einer komplett neuen Bremsanlage (Bremskraftverstärker, neue Trommeln, neue Radbremszylinder, neue Leitungen, neue Beläge) werden die Stoßdämpfer getauscht, ein Teil des Kardans wird gewechselt, ein 70 Liter Kamaz Benzintank wird in die Reserveradmulde montiert (Sid hat nur einen Tank auf der Fahrerseite), eine neue Heizungspumpe und eine neue Wasserpumpe werden eingebaut. Alle Flüssigkeiten werden gewechselt, ein Mercedes Sitz wird montiert, BMW Sicherheitsgurte für Fahrer und Beifahrer kommen auch rein. Und zwischen Fahrer- und Gepäckabteil wird eine große, schiebbare Scheibe aus einem Russenbus montiert. Auf die Stoßstange vorne kommt eine Reserveradhalterung.

Der Motor ist nach Aussage des Mechanikers in hervorragendem Zustand - er wurde auch schon mal generalüberholt.

Und wenn ich damit fertig bin, kommt als nächstes der Elektriker ins Fahrzeug.

Wer sich über den Fortgang der Generalüberholung informieren möchte, ist herzlich eingeladen, mir auf meinem Fotoblog https://www.intense-colours-Foto.com zu folgen. Alles zu Sid befindet sich in der Kategorie "Mein Traum - Kamtschatka".

Das ist ein Foto von Sid nach meiner Probefahrt.

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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#2 von Rüdi , 09.08.2019 07:06

Moin Moin und herzlich willkommen zurück im Kreise der UAZ-Enthusiasten,

viel Glück bei der Zulassung und viel Erfolg bei den anstehenden Instandsetzungen.

Hab ich das richtig verstanden? Das Ersatzrad soll nach vorn? Da ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken, es dem VW-Bulli gleich zu tun.
Beim UAZ-Bulli würde ich jedoch dringend davon abraten, denn: Das Ersatzrad würde den Fahrtwind vom Kühler fern halten, vergleichbar damit, als würdest Du stets mit geschlossener Klappenreihe fahren.
Lass das lieber sein und schraub das Ersatzrad woanders an. Ansonsten wird die Reise nicht sehr lange sorglos sein und mit dem Hitzetod des Motors enden.

Beste Grüße
Rüdi

PS: Dein Link zu den Fotos funktioniert nicht. Jedenfalls bei mir ...


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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#3 von Tigris , 12.08.2019 08:53

Moin Rüdi,

Dein Hinweis zur Montage des Ersatzrades war auch das Erste, was mir in den Sinn kam. Allerdings ist der (ukrainische) Mechaniker der Meinung, es gäbe kein Problem mit dem Luftstrom zum Kühler. Ich tendiere allerdings dazu, mich Deiner Meinung anzuschließen, schlichtweg weil es logischer ist. Vor allem, wenn ich das Rad dann noch mit einer Abdeckung schützen will, sehe ich eine erhebliche Beeinflussung der Luftzufuhr.

Keine Ahnung, warum der Link zum Bild nicht funktioniert. Ich habe die Funktion "Fotos hochladen" genutzt. Bei mir im Original wird das Bild mit einem kleinen Vorschaubild angezeigt.

Der erste Versuch der Zulassung ist am Freitag gescheitert. Allerdings lag es nicht an mir oder an der ukrainischen Zulassungsstelle, sondern an falschen Informationen, die ich von meinem Arbeitgeber hatte. Da ich trotz ständigem Aufenthalts in der Ukraine von der Melde- und Registrierungspflicht ausgenommen bin und damit keine Meldeadresse habe, kann ich ein Fahrzeug nur mit Diplomatenzulassung und der Adresse meines Arbeitgebers registrieren. Dafür brauche ich aber einen entsprechenden Antrag meines Arbeitgebers an das ukrainische Außenministerium. Das wird aber jetzt veranlasst, sobald ich Ende August aus dem Deutschlandurlaub zurück in der Ukraine bin.

Gruß aus der Eifel

Franklin


 
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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#4 von Rüdi , 12.08.2019 09:08

Hallo Franklin,

in meinem "PS" oben meinte ich den Link zu Deinen Fotos: https://www.intense-colours-foto.com/ Klick ich da drauf, kommt "Seite wurde nicht gefunden"

Beste Grüße
Rüdi


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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#5 von Tigris , 12.08.2019 09:46

Hallo Rüdi,

ah jetzt ja - hab's gerade überprüft und festgestellt, dass der Link auch falsch ist (Rechtschreibfehler).

Der hier sollte es tun:

Intense Colours Photos by Franklin Tummescheit

Gruß aus der Eifel

Franklin

 
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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#6 von Tigris , 12.08.2019 14:51

Ich bleibe mal hier in diesem Thread, um über meinen Auf- und Asubau zu berichten.

Von meinem 40 Berufsjahren habe ich vier in Georgien, vier in der Ukraine und zweieinhalb in Afghanistan verbracht. Und speziell in Georgien und der Ukraine fahren mir heute noch täglich UAZ und andere Russenfahrzeug über die Füsse. Nachdem ich mir 2013 aus Georgien schon ein altes (Bj 1962) sowjetische KMZ (Dnepr) MW750 Motorradgespann nach Deutschland mitgebracht hatte, entwickelte ich 2015 in der Ukraine einen Geschmack für alte sowjetische 4x4 Technik. Urprünglich eher in Richtung GAZ69 oder UAZ469 - später dann mehr in Richtung UAZ452.

Parallel dazu hat ein Fernsehbericht über die russische Halbinsel Kamtschatka in mir den Wunsch erweckt, zum Ascbhluß meines aktiven Berufslebens im Sommer 2025 zwei Monate in - oder heisst es auf? - Kamtschatka zu verbingen, um dort meinem Hobby nachzugehen - dem Fotografieren. Vor allem interessierten mich anfangs Natur- und Landschaftsfotografie, seit Ende 2017 sind auch noch die Konzert- und Portraitfotografie dazu gekommen, die allerdings für meinen Kamtschatkatraum eher zweitrangig ist.

Im Rahmen meines Traumes habe ich mit mehreren Reisevarianten gespielt.

- Die kompletten 12.000km aus der Eifel nach Wladiwostok (von da geht es nur mit dem Schiff weiter nach Petropawlowsk-Kamtschatsky) mit einem alten sowjetischen Motorradgespann. Aus Zeitmangel verworfen.
- Die komplette Strecke nach Wladiwostok mit dem Zug, zwei Tage bis nach Moskau, von dort dann sechs Tage mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok. Als überwiegend reizlos verworfen.

Im Frühjahr 2019 habe ich dann die Musik der mongolischen Gruppe The HU gehört und deren Videos gesehen. Seitdem steht für mich fest, dass ich auf dem Weg nach Kamtschatka durch die Mongolei muss - und zwar vom Altaigebirge im Westen bis nach Ulan Bator im Osten.

Naja, und wenn ich schon andere Länder auf dem Weg nach Kamtschatka mitnehme, dann will ich auch noch durch Kasachstan.

Kurzzeitig habe ich überlegt, das auf meinem BMW K1100LT Motorradgespann zu machen, das ich seit letztem Sommer hier bei mir in der Ukraine habe. Inzwischen habe ich mich aber entschieden, die Tour in einem Bukhanka zu machen. Der Bukhanka - Sid - ist schon gekauft. Es ist ein 1982er mit 2,4l Motor. Sid sollte als Jägerfahrzeug dienen und war auch entsprechend ausgerüstet worden, wurde aber nie wirklich genutzt.

Zur Zeit ist Sid in einer Werkstatt während ich in Deutschland Urlaub mache. Er muss jetzt erst einmal verkehrssicher werden.

Später sind noch der Besuch beim Karosseriebauer und dem Kfz-Elektriker geplant, bevor ich mich dann selber an den Innenausbau machen werde.

Sid wird ein Dachzelt als Schlafzimemr bekommen, der Innenausbau wird sich für mich als Arbeitsplatz zur Bildbearbeitung und zum Schreiben gestalten. Ich werde auf meiner Tour nicht regelmäßig im Dachzelt schlafen sondern nur dann, wenn ich nachts zum Fotografieren unterwegs bin oder aber auf meinem Weg nach Kamtschatka überhaupt kein Hotel finde.

So - ich denke, das reicht für den Anfang. Mehr Details und Berichte werden später folgen.

Gruß aus der Eifel

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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#7 von Rüdi , 12.08.2019 17:39

Hallo Tigris, vielen Dank für Deine Ein- und Ausblicke, mit denen Du - zumindest in mir - die Lust auf MEHR geweckt hast. Also denn: Mehr von Deinen Berichten. Ich bin gespannt.

Beste Grüße

Rüdi


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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#8 von Tigris , 12.08.2019 18:29

Während ich zur Zeit meinen Urlaub in Deutschland geniesse, ist Sid in einer ukrainischen Werkstatt. 63kg Ersatzteile sind heute bereits geliefert worden. Das klappt hier ganz hervorragend. Letzten Donnerstag bestellt, Samstag die Rechnung bekommen und bezahlt, Montag wurde direkt zur Werkstatt geliefert.

Bis auf den Bremskraftverstärker passt auch alles. Zum Bremskraftverstärker fehlt wohl noch ein Montagewinkel ohne den er nicht montiert werden kann.

So - was wurde alles geliefert:

- der schon genannte Bremskraftverstärker, vier Bremstrommeln mit dazugehörenden Belägen und Radbremszylindern, die erforderlichen Bremsleitungen
- der hintere Teil der Kardanwelle
- zwei Scheiben zur Reparatur der Handbremse
- vier Stoßdämpfer und Lager
- eine Wasserpumpe

Meine ukrainische Kollegin behält die Reparaturarbeiten für mich im Auge, bis ich am 26. August wieder nach Kharkiv fliege. Ich hoffe, dass bis dahin nicht nur die genannten Ersatzteile getauscht wurden, sondern dass auch noch eine Heizungspumpe von einer GAZelle eingebaut wurde, ein Schalldämpfer von einem BMW, ein Mercedesfahrersitz und BMW Sicherheitsgurte.

Danach bleibt zwar immer noch viel zu tun, aber Sid wäre dann erst einmal einigermaßen verkehrssicher.

Gruß aus der Eifel


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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#9 von Tigris , 12.08.2019 19:00

Ach - ein Sache hätte ich da noch.

Am Freitag war ich zur technischen Inspektion beim Servicecenter des Innenministeriums (Zulassungsstelle) in Kharkiv. Dabei geht es dann nicht um den technischen Zustand des Fahrzeugs sondern um die Konformität zwischen den Zulassungspapieren und dem Fahrzeug. Im einzelnen werden die Modellplakette, Fahrgestellnummer und Motornummer überprüft. Weiterhin wird überprüft, ob sich das Fahrzeug im beschriebenen Zustand befindet. Wichtiger Bestandteil ist dabei unter anderem die Fahrzeugfarbe.

Soweit war mit Sid alles OK, allerdings haben die Prüfer einige kleine Problemchen gehabt, Sid als UAZ 452(D) zu identifizieren. Nach ihrer Datenbank ist Sid ein LAG 452. Hat diese Bezeichnung hier schon mal jemand gehört und kann damit was anfangen?

Gruß aus der Eifel


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RE: Auf- und Ausbau meines UAZ452 in der Ukraine

#10 von Tigris , 14.08.2019 16:56

Während Sid in Kharkiv weiterhin den Mechaniker in die Verzweiflung treibt - nach Information meiner ukrainischen Kollegin, die ein Auge auf die Reparaturarbeiten in Kharkiv hat, hatte er wohl ziemliche Probleme die erste Bremstrommel zu wechseln, da der Rost gegen seine Bemühungen kämpft - habe ich mir mal ein erstes grobes Ausbaukonzept erstellt und in meinem Fotoblog beschrieben.

Ganz grob auch hier:

Fahrtüchtigkeit vor Ausbau, das heisst, nach dem Fahrwerk und dem Motor kommen erst mal die Karosserie und die Elektrik unter die Lupe, bevor ich überhaupt mit dem Ausbau beginne.

Ab Mitte der hinteren Radkappen bis zur Heckklappe und bis Unterseite Fenster wird Gepäckraum. Dafür werde ich einen Holzrahmen bauen und mit LKW Siebdruckplatten verkleiden und dann mit einem strapazierfähigen Teppich bekleben. Auf die Ablage dieser Box kommen Gurte für einen Campingtisch, drei Campingstühle und ein Feldbett. In die Box kommen Reserverad, Werkzeug, Ersatzteile und Gepäck.

Der Bereich zwischen der Box und der kurzen Wand zum Fahrerabteil wird als Aufenthalts- und Arbeitsraum ausgebaut. Ein Arbeitstisch für meine Bildbearbeitung am Rechner, eine Sitzbank mit Stauraum für zwei Zusatzbatterien, einige Staufächer und eine Kühlbox. Das war's, mehr brauche ich nicht.

Auf das Dach kommen vier Träger. Die hinteren drei für das Dachzelt, das ich als Schlafraum nutzen werde, und die vorderen zwei als Halter für Solarpanele, um die Zusatzbatterien zu speisen.

Wenn alles wirklich fertig und einsatzbereit ist, wird Sid von außen gespachelt und mit Rostschutzfarbe geschützt, bevor er mit Folie eine neue mattmitternachtsblaue Haut bekommt. Ich hätte ihn ja lieber in mattschwarz, das würde aber eine Änderung der Fahrzeugzulassung in der Ukraine nach sich ziehen - und da habe ich keinen Bock drauf.

Wer meine Ausbaugedanken im Original lesen möchte und auch noch ein paar Fotos von Sid im aktuellen Zustand sehen möchte, bitte hier klicken.

Gruß aus der Eifel


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